Wirtschaftstreuhänder Gruber
Steuerberatungs GmbH

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Geplante Änderungen bei der Grunderwerbsteuer

Ein negativer Aspekt der Pläne zur Steuerreform sind sicherlich die geplanten Änderungen im Rahmen der Grunderwerbsteuer.

So soll künftig auch bei Übertragungen im Familienverband (z.B. durch Schenkung, Erbschaft) die Grunderwerbsteuer vom Verkehrswert berechnet werden. Bisher war der 3-fache Einheitswert die Bemessungsgrundlage.

Geplant ist ein Stufentarif von

0,5% bei 0 bis 250.000 €
2,0% bei 250.001 bis 400.000 € und
3,5% bei über 400.000 €.

Bisher war der Tarif für begünstigte Angehörige 2%.

Wenn man vereinfachend davon ausgeht, dass der Einheitswert in der Regel ca. 10% des Verkehrswerts beträgt, wird klar, dass die geplanten Änderungen vor allem bei höheren Verkehrswerten zu einer beträchtlichen Steuererhöhung führen. Nicht von ungefähr sprechen Kritiker von einer Erbschafts- und Schenkungssteuer durch die Hintertür.

Für ein Grundstück mit einem Einheitswert von EUR 20.000 und einem Verkehrswert von EUR 200.000 ändert sich wenig. Sind heute 2% von 60.000, d.h. EUR 1.200 zu berappen, wären in Zukunft 0,5% von 200.000, d.h. EUR 1.000 fällig. D.h. bei vergleichsweise niedrigen Verkehrswerten kann die geplante Neuregelung aufgrund des Staffeltarifs sogar günstiger sein.

Bei einem höherwertigen Grundstück mit einem Einheitswert von EUR 100.000 und einem Verkehrswert von 1 Million sind die Auswirkungen gravierender. Einer bisherigen Steuer von 2% von 300.000, d.h. EUR 6.000 stünde dann ein Betrag von EUR 25.250 gegenüber (0,5% von 250.000, 2% von 150.000 und 3,5% von 600.000).

In derartigen Fällen wäre zu überlegen, etwaige bereits konkret geplante Transaktionen im Familienverband noch im laufenden Jahr durchzuführen, um in den „Genuss“ der aktuellen Regelung zu kommen. In jedem Fall gilt es, die aktuellen Entwicklungen genau zu beobachten.